Schulfach Glück

Hirschhausen über Glück

Solgrabenschule mit Glück bei Radiosender FFH

 

Seit diesem Schuljahr gibt es an der Solgrabenschule das Unterrichtsfach Glück, die Wetterauer Zeitung hat erst neulich darüber berichtet. Dieser Beitrag faszinierte auch den Hessischen Radiosender Hitradio FFH, der einen Reporter in die Solgrabenschule sandte. Projektleiter Marc Englert stellte sich zunächst den Fragen in einem Interview. Kurz darauf kamen auch einige Schülerinnen und Schüler zu Wort und konnten so ihre Erfahrungen den interessierten Hörern mitteilen. FFH- Reporter Mahnke wollte zudem eine Unterrichtsstunde sehen, für die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 war dies natürlich sehr aufregend. Zu Hören war der Beitrag kürzlich in der FFH- Morningshow mit Daniel Fischer und Julia Nestle. Beide waren von dem Schulprojekt sehr angetan. Daniel Fischer meinte, dass dies mit Sicherheit auch seinen Kindern gefallen könne. Julia Nestle freute es besonders, dass dieser Beitrag aus ihrem Wohnort komme.

Forschungsarbeit an der Solgrabenschule zum Thema „Glück in der Kindheit – Schulfach Glück“

Kürzlich wurden die Glückskurse an der Solgrabenschule im Rahmen des Masterstudiengangs „Inklusive Pädagogik und Elementarbildung“ der Justus-Liebig-Universität Gießen begleitet. Glückskurse? Seit nun mehr vier Jahren gibt es an der Solgrabenschule das Unterrichtsfach Glück als Wahlpflichtangebot ab Klasse 7. Schülerinnen und Schüler, die sich für dieses außergewöhnliche Fach entscheiden, haben hier die Möglichkeit theoretisch und praktisch an Themen wie Stressreduktion, Achtsamkeit und Wege zur inneren Zufriedenheit zu arbeiten. Das Schulfach arbeitet mit vielen Übungen, die Vertrauen, Wertschätzung und Empathie fördern und welche die mentale und soziale Stärke der Kinder bzw. Jugendlichen festigen sollen. Durch eine positive Grundeinstellung zu sich und anderen soll das Ziel eines gesteigerten Selbstwertgefühls und Vertrauen in sich selbst sowie Selbstachtung geschult und manifestiert werden. Die Kurse sind sehr beliebt und werden teilweise doppelt in einem Jahrgang unterrichtet. Neben Fachleiter Englert unterrichten vier weitere Lehrkräfte das Schulfach Glück. Gewürdigt wurde die schulische Umsetzung des Glücksunterrichts bereits in zahlreichen regionalen wie überregionalen Zeitungen, Zeitschriften sowie im Rundfunk. Besonders freute Fachleiter Englert jedoch die positive Würdigung von Moderator und Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen per Videobotschaft. Zu sehen ist diese auf der Homepage der Solgrabenschule.

Die Forschungsarbeit beschäftigte sich mit der Frage nach dem Glück, vor allem aber mit dem Schwerpunkt der heutigen Kindheit bzw. Jugend. Was macht Kinder von heute glücklich bzw. in welchen Situationen sind sie es? Können sie überhaupt glücklich sein, durch die vielen negativen Einflüsse und den steigenden Anforderungen? Als Grundlage diente neben den Erhebungen aus den Unterrichtsstunden auch eine ZDF- Studie zum Thema ‚Glück in der Kindheit‘. Die Ergebnisse der Studie wiesen auf, dass Grundschulkinder und Gymnasiasten deutschlandweit mehrheitlich glücklich seien, Haupt- und Realschulbesucher aber weniger glücklich wären. Die Solgrabenschule als Mittelstufenschule war daher prädestiniert für eine Forschungsstudie.

Die Ergebnisse der Forschung brachte beeindruckende Angaben zu Tage: Mehrheitlich fühlten sich sowohl Schülerinnen als auch Schüler nach dem längeren Besuch des Glückskurses zufriedener und ausgeglichener. Befragte Kinder gaben an, dass sie lernten, positiver auf eine Klassengemeinschaft einwirken zu können. Ebenso kristallisierte sich heraus, dass für die Schülerinnen und Schüler eine enge Vertrautheit zu einer Person oder Gruppe (Familie, Freunde, Klassenlehrer) entscheidend für ihr Glücklichsein ist. Zusammenfassend lässt sich die Studie als erfolgreich darstellen, so Fachleiter Englert, da sie aufzeigt, dass der Besuch des Schulfach Glücks das Wohl- und Glücksbefinden der Solgrabenschülerinnen und -schüler steigerte. Der Glücksunterricht ist somit in vielen Bereichen der kindlichen Lebenswelt eine Bereicherung. Ein gemeinsam erstelltes Portfolio kann auch über den Unterricht hinaus genutzt und stetig erweitert werden. Herr Englert wird nun in der nächsten Fachkonferenz die Details der Studie vorstellen und weitere Möglichkeiten für die curriculare Entwicklung erörtern.

Mit „Glück“ auf Platz eins

Arbeitgeberverband würdigt Unterrichtsfach an der Solgrabenschule

Vielleicht war es ein Glücksfall für die Solgrabenschule – dieser Einfall von Lehrer Marc Englert. Die Idee, dass Glück durchaus als Unterrichtsfach taugt, gab es schon vorher, doch der junge Lehrer hat dafür gesorgt, dass dies auch an der Bad Nauheimer Mittelstufenschule umgesetzt worden ist. Mit Erfolg, wie sich herausstellt. Mittlerweile geht der Glücksunterricht an der Solgrabenschule in das zweite Jahr. Insgesamt 44 Schüler der Jahrgänge sieben und neun nutzen derzeit das Angebot als Wahlpflichtkurs, viele weitere Jugendliche hätten gerne mitgemacht, aber es gibt eine Obergrenze. Neben Englert unterrichtet Karin Quade dieses besondere Fach. Im kommenden Schuljahr möchten weitere Kolleginnen und Kollegen dieses besondere Fach unterrichten.

Urkunde 1. Platz beim "Unser Schulprojekt 2015"
Urkunde 1. Platz beim "Unser Schulprojekt 2015"

Nun trägt dieses Fach auch auf anderer Ebene Früchte: Der Allgemeine Arbeitgeberverband Mittelhessen hat die Sieger des Förderwettbewerbs „Unser Schulprojekt – Gemeinsam Ideen verwirklichen“ ausgezeichnet. Und die Solgrabenschule schaffte es dabei auf Rang eins. Der Verband wollte damit kreative Ideen aus heimischen Schulen unterstützen. Solche Einfälle, die über den klassischen Lehrplan hinausgehen.

In die Bewerbung floss u.a. auch die Befragung ein, die Neuntklässler mit ihren Praktika verknüpft hatten. Wie glücklich Arbeitnehmer mit ihren Jobs sind, wollten die Jugendlichen wissen. „Die frühzeitige Stärkung der Persönlichkeit durch Zuversicht, Vertrauen und Selbstvertrauen soll die Schülerinnen und Schüler hierbei ermutigen, Chancen zu erkennen und schwierige Lebensphasen zu meistern“, heißt es in einer Pressemittteilung des Arbeitgeberverbandes zum Erfolg der Bad Nauheimer Mittelstufenschule mit ihrem Projekt Schulfach Glück.

Schüler begleiten Hector bei seiner Suche nach dem Glück

Francois Lelord schrieb den Bestseller „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“, ein philosophisches Märchen, welches im WPU- Kurs Glück untersucht werden musste.

Zum Inhalt: Es war einmal ein ziemlich guter Psychiater, sein Name war Hector und er verstand es, den Menschen nachdenklich und mit echtem Interesse zuzuhören. Trotzdem war er mit sich nicht zufrieden, weil es ihm nicht gelang, die Leute glücklich zu machen. Also begab sich Hector auf eine Reise um die Welt, um dem Geheimnis des Glücks auf die Spur zu kommen. Auf seiner Weltreise stellte Hector allen, denen er begegnete, dieselbe Frage „Sind sie glücklich?“ Am Ende seiner Abenteuer hat Hector 23 Lektionen über das Glück gelernt. 

Alle Kursteilnehmer wählten ihre drei Lieblingslektionen aus und begründeten ihre Auswahl.

Vanessa: Glück ist, wenn man so geliebt wird, wie man ist! Darunter verstehe ich, dass ich mich vor niemandem verstellen muss. Ich darf so bleiben, wie ich bin und werde trotzdem geliebt und geachtet.

Sefer: Glück ist, wenn man spürt, dass man den anderen nützlich ist! Unter dieser Lektion verstehe ich, dass man nicht egoistisch sein soll. Ich finde es wichtig, auch an andere zu denken, meine Familie oder Freunde und was sie wollen. Ich empfinde es als ein sehr schönes Gefühl, wenn ich helfen kann, z.B. in einem Sanitätsdienst. Dies ist besser, als faul zu Hause zu sitzen.

Luca: Glück ist, wenn man sich rundum wohlfühlt! Für mich bedeutet dies, dass ich es mir gut gehen lassen soll. Ich muss lernen nicht immer wegen Kleinigkeiten zu meckern, besser ist es, alle Sorgen hinter sich zu lassen und das Leben zu genießen.

Sophie: Viele Leute denken, das Glück bedeutet reicher oder mächtiger zu sein! Wenn man reich ist, bedeutet das nicht gleich, dass man sich alles kaufen kann. Glück kann man nicht kaufen. Ebenso kann ich eine gute Familie, Freunde oder Gesundheit nicht mit Geld bekommen. Gerade arme Menschen kommen auch mit wenig Geld aus und können trotzdem zufriedener sein als manche Millionäre.

Melike: Unglück zu vermeiden, ist nicht der Weg zum Glück! Ein Mensch kann nie dauerhaft glücklich sein, denn sonst würde das Glück irgendwann ein Normalzustand sein. Erst wenn ich weiß, was mich unglücklich macht, kann ich das Glück mehr wertschätzen. Ich kann mir aber viele Wege suchen, um glücklicher zu werden und negative Dinge auszublenden.

Wie glücklich ist Bad Nauheim? WPU-Kurs Glück fragt nach

Dieser Frage ging kürzlich der Wahlpflichtkurs Glück des siebten Jahrgangs der Solgrabenschule von Herrn Englert im Rahmen einer Umfrage nach. Die Schülerinnen und Schüler nutzten den freitägigen Markttag in der Innenstadt, um möglichst viele Bad Nauheimer Bürger unterschiedlicher Generationen nach ihrem eigenen Glückszustand und -wissen zu befragen. Dabei kamen diese zu erstaunlichen Erkenntnissen: Mit der ersten Frage „Was verstehen sie unter dem kleinen Glück?“ kamen sehr unterschiedliche Auffassungen zu Tage. Während für die einen die Tasse Kaffee am Morgen oder das Feierabendbier einen Moment der Glückseligkeit hervorruft, so sehen andere die Freude an kleinen Dingen oder die Wertschätzung von Dankbarkeit als kleines Glück. Gerade von älteren Menschen wurde die Freude an sozialem Miteinander, eine nette Kommunikation oder einfach eine freundliche Begrüßung im Alltag erwähnt, während die Generation zwischen 30 und 40 Jahren das Lachen ihrer Kinder oder Erfolge im Berufsleben nannte. Sehr vielfältig wurde die Frage nach dem Anfühlen von Glück beschrieben. Unzählige positive Adjektive lassen sich hier nennen, wie z.B. friedvoll, harmonisch und sorglos oder einfach unbeschreiblich. Sehr gerne zitieren die Solgrabenschüler hierbei auch eine junge Bad Nauheimerin, denn diese sieht das Glücksgefühl als „ein aufregendes Baukribbeln mit einem breiten Grinsen auf den Lippen“. Im Unterricht lernen die Kinder, wie man sich das Glück erlernen bzw. bewusst antrainieren kann. Auf erstaunlich ähnliche Ansichten kamen auch die befragten Personen. Zweidrittel gaben an, dass man Glück durchaus erlernen kann, indem man positive Zustände wertschätzt und gleichzeitig aus negativen Erlebnissen versucht, Erfahrung zu schöpfen. Wenn ich einen gesunden Lebensstil führe und sozial interaktiv bleibe, so kann ich mir selbst etwas Gutes tun. Nur wenige beantworteten die Frage mit einem Nein und hoben das Zufallsglück durch einen Lottogewinn hervor. Der schönste Glücksmoment zeigte aber auch einen sehr klaren Generationenunterschied. Jugendliche sahen das persönliche Treffen eines Prominenten oder einer Musikgruppe als schönsten Augenblick, während die Elterngeneration die Geburt ihrer Kinder oder das Finden der großen Liebe nannte. Auch Hochzeiten, das nahe Betrachten von Naturphänomenen oder große Überraschungen fanden sich in den zahlreichen Fragebögen der Jugendlichen wieder. Parallel sollten die Bad Nauheimer aber auch angeben, sofern möglich, was ihnen noch zum absoluten Glück fehle. Hier taten sich viele der Befragten sichtlich schwer und mussten recht lange grübeln. Einige wenige erhoffen sich einen besseren Job oder mehr Glück bei der Partnersuche, die Mehrzahl jedoch wünscht sich mehr Selbstvertrauen, ein stärkeres Selbstbewusstsein oder Frieden sowie Harmonie unter ihren Mitmenschen. Abschließend durften sich die Bad Nauheimer Bürger zweifach positionieren: Hängen Geld und Glück eng zusammen? Macht Schokolade glücklich? Bei beiden Fragen gibt es klare Erkenntnisse. Schokolade kann durch ihre Botenstoffe glücklich, jedoch nur wenn der Kakaoanteil sehr hoch ist. Leider müsste man aber eine größere Menge konsumieren und würde dadurch ein paar Pfunde zulegen, wie eine ältere Bürgerin schrieb. Geld und Glück hängen nach Bad Nauheimer Ansicht weniger zusammen. Wichtig scheint das Verständnis, dass viel Geld allein nicht glücklich machen kann, jedoch ein Mangel an Geld meine Grundbedürfnisse nicht befriedigen kann.

Die WPU-Gruppe der Solgrabenschule war in zweierlei Hinsicht erstaunt. Zum einen über die große Bereitschaft Bad Nauheimer Bürger einen Fragebogen zum Thema Glück auszufüllen und zum anderen über die Vielzahl an Antworten, die sie erhalten haben.

HR 4 Glück