Wie glücklich ist Bad Nauheim? WPU-Kurs Glück fragt nach

WPU 7 Glück mit Herrn Englert

Passend zur Veröffentlichung des Glücksatlas Deutschland ging der Wahlpflichtkurs Glück des siebten Jahrgangs der Solgrabenschule von Herrn Marc Englert (Stellvertretender Schulleiter) dieser Frage im Rahmen einer Umfrage nach. Die Schülerinnen und Schüler nutzten den Markttag am Freitag in der Innenstadt, um möglichst viele Bad Nauheimer Bürger unterschiedlicher Generationen nach ihrem eigenen Glückszustand und -wissen zu befragen. Dabei kamen die Jugendlichen zu erstaunlichen Erkenntnissen: Schon die erste Frage „Was verstehen sie unter dem kleinen Glück?“ brachte sehr unterschiedliche Auffassungen zu Tage. Während für die einen die Tasse Kaffee am Morgen oder das Feierabendbier einen Moment der Glückseligkeit hervorruft, so sehen andere die Freude an kleinen Dingen oder die Wertschätzung von Dankbarkeit als kleines Glück. Gerade von älteren Menschen wurde die Freude an sozialem Miteinander, eine nette Kommunikation oder einfach eine freundliche Begrüßung im Alltag erwähnt, während die Generation zwischen 30 und 40 Jahren das Lachen ihrer Kinder oder Erfolge im Berufsleben nannte. Sehr vielfältig wurde die Frage nach dem Anfühlen von Glück beschrieben. Unzählige positive Adjektive lassen sich hier nennen, wie z.B. friedvoll, harmonisch und sorglos oder einfach unbeschreiblich. Sehr gerne zitieren die Solgrabenschüler hierbei auch eine junge Bad Nauheimerin, denn diese sieht das Glücksgefühl als „ein aufregendes Baukribbeln mit einem breiten Grinsen auf den Lippen“.

Im Unterricht lernen die Kinder, wie man das Glück erlernen bzw. sich bewusst antrainieren kann. Auf erstaunlich ähnliche Ansichten kamen auch die befragten Personen. Zweidrittel gaben an, dass man Glück durchaus erlernen kann, indem man positive Zustände wertschätzt und gleichzeitig aus negativen Erlebnissen versucht, Erfahrung zu schöpfen. Wenn ich einen gesunden Lebensstil führe und sozial interaktiv bleibe, so kann ich mir selbst etwas Gutes tun. Nur wenige beantworteten die Frage mit einem Nein und hoben das Zufallsglück durch einen Lottogewinn hervor. Der schönste Glücksmoment zeigte aber auch einen sehr klaren Generationenunterschied. Jugendliche sahen das persönliche Treffen eines Prominenten oder einer Musikgruppe als schönsten Augenblick, während die Elterngeneration die Geburt ihrer Kinder oder das Finden der großen Liebe nannte. Auch Hochzeiten, das nahe Betrachten von Naturphänomenen oder große Überraschungen fanden sich in den zahlreichen Fragebögen der Jugendlichen wieder. Parallel sollten die Bad Nauheimer aber auch angeben, sofern möglich, was ihnen noch zum absoluten Glück fehle. Hier taten sich viele der Befragten sichtlich schwer und mussten recht lange grübeln. Einige wenige erhoffen sich einen besseren Job oder mehr Glück bei der Partnersuche, die Mehrzahl jedoch wünscht sich mehr Selbstvertrauen, ein stärkeres Selbstbewusstsein oder Frieden sowie Harmonie unter ihren Mitmenschen. Abschließend durften sich die Bad Nauheimer Bürger zweifach positionieren: Hängen Geld und Glück eng zusammen? Macht Schokolade glücklich? Bei beiden Fragen gibt es klare Erkenntnisse. Schokolade kann durch ihre Botenstoffe glücklich, jedoch nur, wenn der Kakaoanteil sehr hoch ist. Leider müsste man aber eine größere Menge konsumieren und würde dadurch ein paar Pfunde zulegen, wie eine ältere Bürgerin schrieb. Geld und Glück hängen nach Bad Nauheimer Ansicht weniger zusammen. Wichtig scheint das Verständnis, dass viel Geld allein nicht glücklich machen kann, jedoch ein Mangel an Geld meine Grundbedürfnisse nicht befriedigen kann.

Die WPU-Gruppe der Solgrabenschule war in zweierlei Hinsicht erstaunt. Zum einen über die große Bereitschaft Bad Nauheimer Bürger einen Fragebogen zum Thema Glück auszufüllen und zum anderen über die Vielzahl an Antworten, die sie erhalten haben. Bezugnehmend auf den Glücksatlas lässt sich nun festhalten, auch in Bad Nauheim geht der Trend zur stärkeren Zufriedenheit. Die Solgrabenschüler bedanken sich ganz herzlich für die vielen Auskünfte.

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