Solgrabenschüler tappen im Dunklen

Klasse 7c im Dunkelkaufhaus

Kürzlich besuchte die Klasse 7c der Solgrabenschule Bad Nauheim das Dunkelkaufhaus in Wetzlar. Das Dunkelkaufhaus im ehemaligen Kaufhaus Union bildet im Rahmen des Optikparcours, eines Wissenschaftsparcours, der mit optischen Installationen Besucherinnen und Besucher Wetzlars, vom Einkaufszentrum Forum bis in die Altstadt zum Wetzlarer Haus der Optik und Feinmechanik, dem Viseum führt, einen Kontrapunkt. Das Dunkelkaufhaus ist kein Kaufhaus im klassischen Sinne. In drei verschiedenen "Erlebnisräumen" können die Besucher in absoluter Dunkelheit neue Sinneserfahrungen sammeln. Im ersten Raum geht es um das Thema "Hören". Im zweiten Raum wird der "Tastsinn" gefordert. Im dritten Raum geht es dann schließlich um die "Geschicklichkeit", so die konzeptionellen Informationen der eigenen Webpräsenz.

Im Zuge der Einheit des Naturwissenschaftsunterrichts „Sinneserfahrungen machen und verstehen“ konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie es ist, ohne die Fähigkeit des Sehens im Alltag aktiv zu werden. Geführt wurden die Jugendlichen durch die engen Pfade des komplett verdunkelten Erfahrungsortes von einem von Geburt an blinden Menschen. Dieser erläuterte, wie er den Alltag ohne Sehkraft meistern kann und auf welche Hinweise er sich dabei verlassen muss. Es kostete eine Menge Überwindung, sich nur durch Tasten und in kleinen Schritten durch das dunkle Labyrinth zu wagen. Ebenso musste man sich auf seinen Vorder- und Hintermann verlassen können. Auch für die beteiligten Lehrkräfte war es eine wirkliche Herausforderung. Klare Anweisungen des Leiters waren nötig, um die Klasse sicher wieder an das Ziel zu bringen. Im Labyrinth selbst mussten die Jugendlichen Berufe durch abtasten oder Ereignisse an Geräuschen erkennen. Highlight des Ausfluges waren die blinde Verkostung von Getränken und Snacks in der hauseigenen Bar sowie die spannende Erwartung, ob der blinde Leiter auch das richtige Wechselgeld wieder herausgeben konnte. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: es war ein bedrückendes Erlebnis, aber gleichzeitig eine praktische Erfahrung, die man gemacht haben sollte. Nur so kann man Menschen mit Handicap wirklich verstehen.

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