Denkmal nach! Ich bin ein Grab!

Denkmal nach! Ich bin ein Grab!
Magistrat der Stadt Bad Nauheim
Solgrabenschüler wollen mit Kampagne „Denkmal nach!“ an Bedeutung des Ehren​mals am Johannisberg erinnern – mit Spruchbanner gegen Vandalismus und Vermül​lung.

„Denkmal nach!“, „Du beschmutzt einen Platz der Trauer“, „Was wäre, wenn das hier das letzte wäre, das dir von deinen Verwandten geblieben wäre!“ oder „Soll ich mal auf das Grab deiner Angehörigen treten?!“ - diese eindringlichen und zugleich zum Nachdenken anregenden Sätze finden Spaziergänger seit kurzem auf großen Pla​ka​ten zwischen den Säulen des Ehren​mals vor. Sie sind im Rah​men eines Schüler​pro​jektes der Klasse 9e der Solgrabenschule entstanden.

Schon 2014, als sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährte, griff die Solgrabenschule die „Urkatastrophe“ des vergangenen Jahrhunderts auf. In diesem Zusammenhang kam das Ehrenmal am Fuße des Johannisbergs zur Sprache, das den Jugendlichen aber weitestgehend unbekannt war. „Bei unserer Recherche stie​ßen wir fast ausschließlich auf Negativschlagzeilen, dass das Mahnmal immer wieder von jugendlichen Gruppen aufgesucht wurde und dabei von Vandalismus und Verschmutzung nicht verschont blieb. Wir wunderten uns auch, dass es bis auf diese unschönen Meldungen keine große Beachtung in den Medien fand“, erklärt Klas​senlehrerin und Initiatorin Kristin Bode.

Bürgermeister Klaus Kreß dazu: „Als Frau Bode den Kontakt zur Stadt Bad Nauheim suchte, waren wir sofort aufgeschlossen gegenüber des kreativen Schülerprojekts, das wir gerne unterstützen. Das Ehrenmal hat uns in den letzten Jahren hinsichtlich der Vermüllung und der Schäden Sorgen bereitet. Als Konsequenz werden wir es in diesem Jahr durch Gitter schützen lassen. Die Aktion der Solgrabenschüler soll uns alle - be​son​ders junge Menschen - an die vergangenen Schreckenszeiten erinnern. Es ist wich​tig, die nächsten Generationen über die Gräueltaten der Weltkriege zu unterrichten, damit dieser Fehler nicht noch einmal begangen wird. Ich finde das Zitat von George Santayana dazu sehr passend: «Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen.»“

Nachdem sich die 18 Schülerinnen und Schüler im Gesellschaftslehreunterricht in​tensiv mit der Bedeutung des Ehrenmals auseinandergesetzt hatten, starteten sie mit der Krea​tivarbeit rund um ihre Kampagne „Denkmal nach!“. Sie versetzten sich dabei in die Lage, wie sie empfinden würden, wenn ein Grab eines ihrer Angehörigen be​treten, vermüllt oder sogar beschädigt würde. „Daraus entstanden sind Sätze, die jeder versteht. Die so klar und treffend sind und die die Bedeutung des Mahnmals in Se​kunden zu Tage bringen. Sie wecken sogar eine gewisse Neugier, mehr darüber erfahren zu wollen. Ich glaube, dass viele Jugendlichen anders mit dem Denkmal um​​​geh​en, wenn sie wissen, was es damit auf sich hat“, sagt der Bürgermeister ab​schlie​ßend.

Quelle: Focus Online

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