Weimarer Kulturexpress an der Stadtschule am Solgraben

"Komm, probier' doch mal. Das macht dich locker…",
mit diesen Worten begann der Weimarer Kulturexpress sein Theaterstück  "Alkohol – ein Stück über Sehnsucht, die Suche und die Sucht".

Eingeladen hatte die Stadtschule am Solgraben, um den Schülerinnen und Schülern der  7. und 8. Klassen  beider Schulformen die Gefahren eines Alkoholkonsums näher zu bringen.

Nach mehreren verschiedenen Inszenierungen von Patric Tavanti, geht es in diesem Stück um die Geschichte von Steffi und Stefan. Mit viel Witz und Humor, ohne erhobenen Zeigefinger zeigt der Autor, welche Gefahren der Alkoholkonsum in sich birgt und in welche Sackgassen die Flucht in den Rausch führen kann.

Stefan hat Sehnsucht nach Anerkennung und Freiheit.

Er sucht sich selbst zwischen der übergroßen Liebe der Mutter, die ihn immer noch als kleinen Jungen sehen will, den strengen Regeln des Vaters, der ihn durch Verbote und Strafen erziehen will, und der Ablehnung seiner Schulkameraden, die ihn für ein Muttersöhnchen halten.

Steffis alleinerziehende Mutter hat für sie keine Zeit. Zu früh muss Steffi erwachsen und für ihr Leben selbst verantwortlich sein. Sie sehnt sich nach Leichtigkeit, Geborgenheit und Liebe.

Alkohol wird für die beiden ein Synonym für Freiheit und Lebenslust: Party, Clique, Spaß und Entspannung von der Schule und dem Erwartungsdruck, der auf ihnen lastet. Was als „feucht-fröhlicher“ Spaß beginnt, wird schnell bitterer Ernst. Steffi sucht einen Ausweg, und scheint ihn zu finden. Doch am Ende ist der Alkohol stärker, das Stück endet tragisch, das Ende aber bleibt offen.

Und hier setzt der pädagogische Anspruch der Darsteller an. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit den visuellen Wahrnehmungen und ihren Gefühlen und Gedanken nicht allein gelassen werden. Im Anschluss konnte und sollte mit den Darstellern über die Problematik diskutiert werden. „Das Erwachsenwerden und die Pubertät bringen viele Probleme mit sich. Durch die Auswahl dieses Stückes und die realitätsnahe Übermittlung soll den Jugendlichen eine Hilfestellung zur Bewältigung ihrer Schwierigkeiten gegeben werden“, so der Weimarer Kulturexpress.

Die knapp 200 Schülerinnen und Schüler der einzelnen Jahrgangsstufen waren begeistert von den jugendlichen Darstellern, Sprache und Handlungsabläufe konnten sie gut nachvollziehen. Auch in der anschließenden Diskussion zeigten sie großes Interesse, vor allem über Hilfestellungen, wie man sich diesem Teufelskreis entziehen kann. Anerkennung und ein verantwortungsvolles Miteinander lassen sich auch ohne ein Suchtverhalten realisieren.

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